Kosten für Freelancer: Wie viel kostet ein Texter?

Ganz gleich, ob du selbst deine Dienste als freier Texter anbietest oder als Auftraggeber auf der Suche nach einem Freelancer bist: Relativ früh taucht das Thema Geld und Bezahlung auf und bereitet auf beiden Seiten Kopfzerbrechen. Dabei ist die Frage nach einem angemessenen Honorar und den Kosten für Freelancer gar nicht schwer zu beantworten – wenn man sich ein wenig Mühe gibt.

Was ist ein angemessenes Honorar für einen Freelancer?

Die Frage nach der Angemessenheit der Bezahlung sollte nämlich auf mehreren Ebenen betrachtet werden. Einerseits sollen die Preise natürlich den Wert der Arbeit möglichst fair abbilden (dazu mehr weiter unten). Andererseits spielt aber auch die Moral eine Rolle. Wer als Freelancer Dumping-Preise verlangt, weil er das Schreiben nur als Hobby betreibt, treibt damit den abwärts zeigenden Preistrend noch weiter voran. Denn auf der anderen Seite stehen immer wieder auch Auftraggeber, die einfach nur möglichst billig schnelle Leistungen einkaufen wollen.

Die Kosten für Freelancer lassen sich auf verschiedene Arten berechnen.

Was dabei auf der Strecke bleibt, sind Qualität, Fairness und alle Freelancer, die wissen, was ihre Arbeit wirklich wert ist. Das soll jedoch keine Pauschalanklage gegen alle sein, die niedrige Preise anbieten oder anfragen. In vielen Fällen fehlt einfach die Erfahrung bei der Preisgestaltung und das Gefühl dafür, wie sich ein guter, realistischer Preis zusammensetzt. Hinzu kommt: Es gibt nicht nur eine Möglichkeit, das Honorar für freie Texter zu bestimmen.

Variante 1: Der Wortpreis

Der Wortpreis ist eine Art des Honorars, die so nur in der schreibenden Branche zu finden ist. (Journalisten kennen häufig auch noch Zeilenhonorare.) Da die Vergleichswerte aus anderen Branchen fehlen, sind die Entwicklungen hier entsprechend besonders erschreckend. Denn woher soll man wissen, wie viel ein Wort wert ist? Das kann ja nicht so viel sein, oder? Das Ergebnis dieser sehr kurzen Überlegungen sind Wortpreise im niedrigen einstelligen Cent-Bereich, von denen nur in den seltensten Fällen der Lebensunterhalt bestritten werden kann.

Gerade die typischen Onlinebörsen arbeiten gerne mit Wortpreisen. Logisch, denn dafür muss nicht jeder Text und jeder Auftrag neu bewertet werden, sondern kann anhand der automatisch gezählten Wortzahl und einem vorab bestimmten Wortpreis schnell und einfach abgerechnet werden. Ich selbst hatte auch schon Agenturkunden, die auf Wortpreise bestanden haben – zum Teil unterirdische, zum Teil angemessene. Denn so fair muss man sein: Wortpreise sind nicht per se schlecht. Für Texte, die mehr Fließbandarbeit als kreative Meisterleistung sind, kann sich ein guter Wortpreis durchaus schnell rentieren. Ich denke dabei vor allem an kürzere Formate wie beispielsweise Produktbeschreibungen von einfachen Konsumgütern. Texte mit mehr Tiefgang, deren Mehrwert nicht mit der Länge zusammenhängt, sollten jedoch nach Möglichkeit anders abgerechnet werden. Das ist auch im Interesse der Auftraggeber.

Vorteile und Nachteile von Wortpreisen

Für FreelancerFür Auftraggeber
Vorteile– längere Texte geben automatisch mehr Geld
– keine umständliche Kalkulation oder aufwändige Angebote nötig
– Preise sind leicht nachvollziehbar
– bei vorgegebenem Umfang ist der Endpreis bekannt
– keine bösen Überraschungen bei der Abrechnung
– Angebote sind einfach zu vergleichen
Nachteile– höhere Wortpreise sind nur schwer durchzubekommen
– unerwarteter Mehraufwand (Absprachen, Korrekturen) ist nicht einkalkuliert und kann nicht direkt abgerechnet werden
– Gefahr, dass Texte unnötig in die Länge gezogen werden, um das Honorar zu steigern
– geringe Auswahl an Textern, da viele nicht (mehr) für Wortpreise arbeiten

Variante 2: Der Stundensatz

Wer an die Kosten für Freelancern denkt, hat vermutlich als erstes oft den berühmten Stundensatz im Kopf. Denn schließlich verkauft der Freie ja hauptsächlich seine Zeit, nicht wahr? Nein, nicht wahr. Beim Texten läuft es ähnlich wie beim Sport oder musizieren: Je länger man dabei ist, desto besser wird man. Und besser heißt beim Schreiben oftmals auch schneller. Wieso sollte ein Freelancer also für einen Blogartikel plötzlich wenige Geld bekommen, nur weil er besser geworden ist und den Text in kürzerer Zeit geschafft hat? Kling nicht besonders fair. Eine Möglichkeit, um diesem Effekt entgegenzukommen, wäre eine sukzessive Steigerung des Stundensatzes. Doch da schalten viele Auftraggeber schnell auf stur.

Ich persönlich haben zum Beispiel das Luxusproblem, eher zu schnellen Schreibern und Denkern zu gehören. Meine Pauschalpreise bringen mich umgerechnet oft auf einen dreistelligen Stundensatz – den könnte ich meinen Kunden aber nur schwer verkaufen. Auch wenn sie am Ende nicht mehr zahlen müssen, eine Hausnummer von 100 Euro/Stunde schreckt viele einfach für immer ab. Deshalb arbeite nur dann zu einem Stunden- oder Tagessatz, wenn ich tatsächlich beim Kunden vor Ort bin. Denn dann verkaufe ich tatsächlich meine Zeit und biete meine Anwesenheit als Service an. Wie viel dann in dieser Zeit erledigt wird, hängt dann von meinem Auftraggeber ab.

Die Kosten für Freelancer lassen sich nicht generell bestimmen.

Vorteile und Nachteile des Stundensatzes

Für FreelancerFür Auftraggeber
Vorteile– Mehraufwand kann unkompliziert abgerechnet werden
– praktisch bei Arbeit vor Ort/beim Kunden
– Prinzip Stundensatz ist bekannt und leicht verständlich
– Angebote sind einfach zu vergleichen
Nachteile– je schneller und effizienter gearbeitet wird, desto geringer die Bezahlung
– Aufwandseinschätzung vorab nicht immer ganz einfach
– hohe Stundensätze schrecken oftmals ab
– keine Kontrolle über die tatsächlich benötigte Zeit
– höhere Kosten bei Mehraufwand

Variante 3: Der Pauschalpreis

Wie bereits angedeutet arbeite ich am liebsten mit Pauschal- oder Paketpreisen. Die Bestimmung eines Festpreises lässt sich theoretisch für Projekte jeden Umfangs und jeder Art durchführen. Die Herausforderung für den Freelancer liegt dabei in der richtigen Kalkulation und dem Einschätzen des eigenen Werts beziehungsweise des Werts der Arbeit, die geleistet wird. Hat man hier einmal den Dreh raus, lassen sich Standardpreise für Standardaufträge definieren. Das spart Zeit und Nerven im Vergleich zu der ständigen Erstellung neuer Angebote für jeden einzelnen Job. Ein weiterer Vorteil der Standardpreise: Planungssicherheit – und zwar auf beiden Seiten. Als Freier weißt du genau, was am Ende des Projekts auf deinem Konto landet. Und als Auftraggeber gibt es keine bösen Überraschungen.

Vorteile und Nachteile des Pauschalpreises

Für FreelancerFür Auftraggeber
Vorteile– finanzielle Planungssicherheit
– langfristig weniger Aufwand bei der Angebotserstellung
– höhere Preise möglich
-Planungssicherheit ohne finanzielle Überraschungen
Nachteile– Einschätzung von Aufwand und Wert gerade anfangs nicht immer einfach
– detaillierte Leistungsbeschreibung im Angebot ratsam
– Angebote lassen sich weniger gut vergleichen (z.B. Stundensatz vs. Festpreis)
– Preisgestaltung ist weniger nachvollziehbar

Und wie hoch sind die Kosten für Freelancer nun?

Wie du beim Lesen vielleicht gemerkt hast, schleiche ich etwas um die entscheidende Frage herum: Wie viel kostet ein guter Text oder ein guter Texter denn nun? Darauf möchte und kann ich keine finale Antwort geben. Die Preisgestaltung ist von vielen Faktoren abhängig. Freelancer, die überdurchschnittlich hohe Preis verlangen, haben genauso ihre Berechtigung und vor allem ihre Zielgruppe, wie Texter, die sich vielleicht eher im unteren Preissegment ansiedeln. Gleiches gilt für die Auftraggeber: Nicht jeder, der einem Texter weniger als 70 Euro die Stunde zahlt, ist direkt ein dreckiger Ausbeuter.

Ich finde, es ist entscheidend, dass niemand gezwungen wird, zu unterirdischen Preisen Fließbandarbeit zu leisten, nur weil der Markt das eben so will. Denn am Ende sind wir alle der Markt. Ein gesundes und faires Miteinander zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sollte deshalb zur Selbstverständlichkeit werden – für glückliche Freelancer und glückliche Kunden.

Kosten für Freelancer: Wie viel kostet ein Texter?

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